Was sind Pflegegrade?

Über 5 Millionen Menschen unterschiedlichen Alters nehmen in Deutsch­land monat­lich Leis­tungen der Pflege­ver­sicher­ung in Ans­pruch. Bei manchen sind es nur die kleinen, all­täglichen Situa­tionen, in denen Unter­stützung ge­braucht wird. Andere Menschen brauchen aufgrund von schweren Krank­heiten oder andere Be­ein­trächti­gungen eine Rund­um­betreuung.

Seit 2017 wird mit dem Nachfolger der Pflege­stufen – den Pflege­graden – eine Grund­lage ge­schaffen, um die Pflege­bedürftigkeit besser ein­zu­schätzen, das selbst­ständige Leben zu fördern sowie die Patient*innen und Ange­hörigen mit Pflege­leistungen (sachlich und finanziell) zu unter­stützen.

Doch welche Pflege­grade gibt es über­haupt, wie werden diese fest­gestellt und mit welchen Leis­tungen können Patient*innen und An­gehörige rechnen? Das möchten wir Ihnen genauer erklären!

Welche Pflegegrade gibt es?

Pflegegrad 1-5 erklärt.

Pflegegrad 1

Der Pflegegrad 1 bezeichnet eine „gering­fügige Beein­trächti­gung der Selbst­ständig­keit“. Die Patient*innen brauchen in manchen Bereichen Unter­stützung, zum Bei­spiel bei der Körper­pflege, dem Um­ziehen, Wechseln der Bett­wäsche oder der Zu­bereitung von Essen und dem Essen selbst. Sie können ihren All­tag aber weitest­gehend selbst­ständig be­wälti­gen.

Pflegegrad 2

Wenn es sich um Pflegegrad 2 handelt, ist die Be­ein­trächti­gung der Selbst­ständigkeit er­heblich. Das bedeutet, dass die Patient*innen deutlich mehr Unter­stützung bei der Alltags­be­wältigung be­nötigen.

Pflegegrad 3

Bei Pflegegrad 3 handelt es sich um eine „schwere Be­ein­trächti­gung der Selbst­ständig­keit“. Neben der Unter­stützung zur Be­wältigung des All­tags, bei der Körper­pflege, Er­nährung und Mobilität wird ebenso Hilfe bei krank­heits- oder therapie­bedingten An­forder­ungen be­nötigt.

Pflegegrad 4

Der Pflegegrad 4 be­zeichnet die „schwerste Beein­trächti­gung der Selbst­ständig­keit“. Das be­deutet: Der oder die Patient*in benötigt in allen Be­reichen Unter­stützung und zudem eine psycho­soziale Be­treuung.

Pflegegrad 5

Bei Pflegegrad 5 handelt es sich um den höchsten Grad und wird auch als „schwerste Be­ein­trächti­gung der Selbst­ständig­keit mit be­sonderen An­forder­ungen an die pfleger­ische Ver­sorgung“ betitelt. In diesem Pflege­grad wird eine Rund-um-die-Uhr-Be­treuung mit medi­zinischer Ver­sor­gung und Über­wachung be­nötigt.

Wie erfahre ich meinen Pflegegrad?

So werden die Pflegegrade bestimmt.

Die Bestimmung bzw. Zuweisung der Pflege­grade erfolgt durch eine Begut­achtung des medi­zinischen Dienstes der Kranken­ver­sicherung (MDK) . Diese findet im ge­wohnten Umfeld und All­tag des oder der Patient*in durch einen ge­schulten Gut­achter statt. Objektiv und sortiert nach Lebens­bereich (auch Module genannt) werden dann Infor­mationen ge­sammelt.

Dabei werden ver­schiedene Kriterien mit Punkt­werten ver­sehen, die je nach Modul unter­schiedlich ge­wichtet werden. Anhand dessen erfolgt die Ein­schätzung und Zu­ordnung des Pflege­grads.

Das sind die Module in der Bestimmung des Pflegegrads.

>> Modul 1 umfasst die Begutachtung der Mobilität – zum Beispiel das Fort­bewegen in der Wohnung, Treppen­steigen und Um­setzen.

>> Im zweiten Modul werden kogni­tive und kommu­nika­tive Fähig­keiten, wie ört­liche und zeit­liche Orien­tierung oder er­kennen von Personen über­prüft.

>> Das dritte Modul be­fasst sich mit Verhaltens­weisen und psychi­schen Problem­lagen. Der Fokus liegt hier auf Ängsten, Aggres­sivität oder auch Abwehr bei pfle­ger­ischen Maß­nahmen bis hin zu depressiven Stimmungs­lagen.

>> Als viertes Modul wird die Selbst­versorgung im Hinblick auf Duschen, Waschen, An- und Auskleiden sowie Essens­zu­bereitung be­gut­achtet.

>> Modul 5 fokussiert sich auf die Be­wälti­gung und den selbst­ständigen Um­gang mit krank­heits- oder therapie­bedingten An­forder­ungen – der Medi­kamenten­ein­nahme, Verbands­wechsel oder Arzt­besuche.

>> Als Letztes geht es im Modul 6 um die Ge­staltung des All­tags und die Kontakt­pflege außer­halb des direkten Um­felds.

Sonderregelungen in der Pflegegradbesimmung bei Kindern.

SO UNTERSCHEIDET SICH DIE ERMITTLUNG.

Bei Kindern unter 12 Jahren wird die Pflege­bedürftig­keit anders er­mittelt, da sie einen na­tür­lichen alters­be­dingten Hilfs­bedarf haben. Die Patient*in wird des­halb an­hand einer alters­ent­sprechen­den Ent­wick­lung und Selbst­ständig­keit eines ge­sunden Kindes unter be­stimmten Kri­terien durch speziell ge­schultes Personal ver­glichen. Wo­durch so die tat­sächliche Pflege­bedürf­tig­keit er­mittelt werden kann.

Wie beantrage ich eine Begutachtung/einen Pflegegrad?

Der Prozess vom Antrag bis zur Unterstützung.

Erstantrag stellen.

Die Antrag­stellung für einen Pflege­grad kann ent­weder schrift­lich oder tele­fonisch bei der zu­ständigen Pflege­kasse er­folgen.

Kontaktaufnahme.

Nach der Antrag­stellung erhalten Sie ein Formular, welches aus­ge­füllt zurück ge­sendet wird. Außer­dem wird sich ein Gut­achter zur Termin­ver­ein­barung melden.

Begutachtung.

Daraufhin findet die Be­gut­ach­tung im ge­wohnten Um­feld und All­tag statt. Durch die fest­ge­legten Mo­dule er­mittelt der Gut­achter den Pflege­grad.

Bewilligung.

Spätestens 25 Tage nach der Erst­antrags­stellung er­halten Sie einen schrift­lichen Be­scheid über den be­willigten Pflege­grad und die mög­lichen Leis­tungen.

Der direkte Kontakt zu uns.

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